Kleinkind 2017-11-29T09:13:17+00:00

Antworten

Einschlafschwierigkeiten

Liebes Team vom Elterntelefon,
unsere Tochter ist drei Jahre alt und hat große Einschlafschwierigkeiten. Wir wissen uns nicht mehr zu helfen; der ganze Abend geht um, bis sie endlich schläft. Wir sind dann nur noch erschöpft. Wie können wir ihr helfen?

Liebe Eltern,
Sie leben eine anstrengende Situation, wenn die Kleine nicht einschläft. Die Frage, die Sie sich stellen werden ist, warum sie nicht einschlafen kann.Da gibt es viele Möglichkeiten.
Kinder brauchen viel Bewegung, bis sie müde werden, denn sie haben sehr viel Energie. Wir müssen also darauf achten, dass sie sich austoben, um die körperliche Müdigkeit zu spüren und mit ihnen bei jedem Wetter an die Luft gehen.
Für die geistige Müdigkeit gilt, eine möglichst beruhigende Situation vor dem Einschlafen herzustellen; auf keinen Fall ein aufregendes Spiel oder ein aufregender Film, wodurch Kinder häufig überdreht reagieren.
Kinder lieben Riten zum Einschlafen wie eine Gute-Nacht-Geschichte oder ein Lied, oft immer dasselbe – das gibt Sicherheit und Halt. Auch ein Stofftier bzw. Kuscheltier hilft beim Übergang vom Wachzustand in den Schlaf, weil das Kind sich dann nicht alleine fühlt. Zu Bedenken ist auch, ob die Tochter Angst vor der Dunkelheit hat; in diesem Fall kann man ein kleines Licht brennen lassen. Die meisten Kinder haben besonders gerne, wenn die Eltern noch ein wenig mit ihnen abends kuscheln; in dieser angenehmen Atmosphäre können sie am besten loslassen. Wenn das Einschlafen dann immer noch nicht gelingt, kann man es mit einer liebevollen Fußmassage und mit Rücken streicheln versuchen – darauf reagieren viele Kinder sehr positiv.
Eine wichtige Unterscheidung scheint mir noch zu sein, ob die Tochter schon immer diese Schwierigkeiten hatte – da würde ich auch zu einer ärztlichen Abklärung raten- oder ob sie erst jetzt neu aufgetreten sind. Im letzteren Fall ist es wesentlich, sich Gedanken zu machen, was sich in letzter Zeit verändert hat wie zum Beispiel der Kindergarteneintritt, die Geburt eines Geschwisterchens oder eine Veränderung im familiären Umfeld? Es gilt, die Tochter genau zu beobachten, um zu verstehen, was sie daran hindert loszulassen. Jede Schwierigkeit kann nur aufgelöst werden, wenn sie verstanden worden ist. Denn erst dann wird klar, wo und wie man zu einer Lösung ansetzen kann.

Christiane

Hausaufgaben

Liebes Elterntelefon,

unser Sohn ist 10 Jahre alt und besucht die 5. Klasse. Jeden Nachmittag haben wir das  Problem, dass er mit den Hausaufgaben nicht fertig wird, weil er alles zu perfekt haben will. Manchmal braucht er über drei Stunden. Was sollen wir tun?

Liebe Eltern,
Sicher haben Sie schon viel versucht und mit Ihrem Sohn geredet, um ihn von dem langen „Schreibtischhocken“ abzubringen, aber es hat nicht genutzt und er beharrt auf seine perfekte Lernstrategie.
Wenn Ihr Sohn soviel Zeit bei den Aufgaben verbringt, bleibt ihm sicher wenig Freizeit, das heißt wenig Zeit für Freunde, Sport und Spiel – Beschäftigungen im sozialen Umfeld, im Kontakt mit anderen, die für seine Entwicklung sehr wichtig sind. Wenn es Ihnen gelingt, diese Bereiche zu fördern und zu erweitern, wäre das schon ein wichtiger Schritt.
Um zu verstehen, warum er alle Aufgaben so perfekt machen möchte, müssten wir wissen, was es für ihn bedeutet so gut zu sein. Hat er Angst, nicht anerkannt oder geschätzt zu werden, wenn er schlechtere Leistungen bringt? Fürchtet er, dass man ihn bei einem Fehler bestraft oder schimpft? Wahrscheinlich gibt es ihm Sicherheit, eine fehlerlose Aufgabe abzugeben. Deshalb ist es hilfreich zu wissen, warum er sich verunsichern lässt und entsprechend ihm in allen möglichen Situationen Lob, Verstärkung und damit Sicherheit zu vermitteln.
Aufschlussreich wären auch  Informationen  der Schule. Natürlich ist es sehr wichtig, dass Sie sich mit den Lehrern in Verbindung setzen und austauschen, wie er in der Klasse Aufgaben bewältigt und wie lange er braucht. Denn eigentlich müssten die Lehrer das gleiche Problem mit ihm haben ; deshalb wäre es interessant, wie sie damit umgehen und wie er darauf reagiert. Möglicherweise verhält sich Ihr Sohn aber auch in der Schule anders als zu hause. Dann wäre zu überlegen, welche Botschaft er  Ihnen als Eltern mit seinem Verhalten geben möchte oder auch den Geschwistern.
Entscheidend ist, ihn in seinem Verhalten zu verstehen, um es verändern zu können.
Falls Sie sich entscheiden sollten, beim Elterntelefon anzurufen, könnten wir gemeinsam auf die offenen Fragen eingehen und Lösungswege suchen.

Christiane

2 jährige Tochter ist aggressiv

Meine Tochter (2 Jahre) kratzt ihre Spielgefährtin oder mich, wenn ihr etwas nicht passt. Was soll ich tun?

Viele Eltern sind beunruhigt, wenn ihr Kind handgreiflich wird und andere oder sie selbst kratzt oder sogar beißt. Sie beschreiben, dass Ihre Tochter vor allem dann dieses Verhalten zeigt, wenn ihr etwas nicht passt und wenn sie vielleicht etwas anderes möchte.
Vielleicht versuchen wir zu Beginn uns in die Welt Ihrer 2-jährigen Tochter hineinzuversetzen. Sie kann wahrscheinlich bereits recht gut laufen und sich mit einzelnen Worten verständlich machen. Die Welt erscheint vielfältig und bunt, es gibt Vieles zu entdecken und zu erkunden. Alles ist neu und spannend. Auf der Entdeckungsfahrt wird sie immer wieder eingebremst und Dinge, die unheimlich interessant erscheinen, werden verboten. Das kann ganz schön frustrierend sein. Sprachlich kann sich Ihre Tochter noch nicht behaupten, aber sie kann durch Kratzen ihrem Ärger Luft machen und merkt, dass sie etwas bewirken kann.
Konflikte entstehen in diesem Alter auch, weil die Kinder beginnen ihren „Besitz“ zu verteidigen, sie kämpfen zum Teil erbittert um Gegenstände. Sie verwenden immer öfters das Pronomen „mein“ und horten die Spielsachen auch wenn sie nicht damit spielen. Wichtig ist nur sie zu besitzen und darüber zu entscheiden, was mit ihnen geschieht.
Es handelt sich hierbei um eine vorübergehende Entwicklungsphase und es ist wichtig in solchen Situationen konsequent zu reagieren. Kinder brauchen einen Rahmen, innerhalb dessen sie ihre Erkundungen machen und sich ausprobieren können. Kratzen und Beißen ist allerdings klar außerhalb des Rahmens und dies sollte deutlich gemacht werden. Somit erhält das Kind Orientierung und Sicherheit. Ein Kind wird immer versuchen, so weit zu gehen, wie es seine Eltern gehen lassen. Verständlicherweise ist es befremdlich, von der eigenen Tochter gekratzt zu werden. Da wissen viele Eltern im ersten Moment nicht, wie sie reagieren sollen. Signalisieren Sie „Au, das tut weh!“ und unterbinden Sie dieses Verhalten sofort.
Sobald ihre Tochter anderen Kindern gegenüber aggressiv wird und sie kratzt, beißt oder schlägt, sollten Sie sofort einschreiten, sowie laut und bestimmt „Nein!“ sagen. Beharren Sie danach nicht auf eine Entschuldigung, das würde eine Zweijährige noch überfordern. Aber sobald sich Ihre Tochter beruhigt hat, können Sie ihr eine alternative Möglichkeit aufzeigen, um ihre Spielsachen zu verteidigen oder ihre Wut rauszulassen, ohne jemandem weh zu tun. Kleinkinder lernen durch Wiederholungen, lassen Sie sich also nicht entmutigen, falls es erneut zu einem Kratzen kommen sollte.
Im Laufe der Zeit wird Ihre Tochter mehr Frustrationstoleranz entwickeln und lernen mit Ärger und Wut anders umzugehen.

Kathrin

Kleinkind
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