Konflikte 2017-11-28T18:20:30+00:00

Antworten

Sohn will nicht mehr in die Kirche

Liebes Team vom Elterntelefon

Wir sind eine Familie, in der Glaube und Tradition wichtig sind, und wir gehen regelmäßig in die Kirche. Unser Sohn (13) will nun Sonntags nicht mehr mit in die Kirche, wir wissen nicht, wie wir uns verhalten sollen.

Liebe Eltern

Glaube und Tradition sind wichtige Elemente unseres Lebens, und sie geben uns, in einer sich ständig ändernden Welt, den notwendigen Halt. Ihr Sohn ist mit 13 Jahren in einer Phase, in der er die Welt außerhalb der Familie für sich entdeckt, er muss lernen, sich in ihr zurecht zu finden und beginnt seinen Platz zu suchen. In diesem Moment ist es für die Eltern wichtig zu verstehen, dass die Form, wie wir die Werte leben, von jeder Generation mal stärker, mal schwächer auf den Prüfstand gestellt wird, und innerhalb der sich wandelnden Welt neue Interpretationen notwendig werden. In diesen Jahren des Suchens und Probierens, (heute ist es etwa die Altersspanne von 12 – 30 Jahren), versuchen die jungen Menschen auch Dinge, die später nicht unbedingt Teil ihres Lebens werden. Als Eltern sind wir herausgefordert, sie zu begleiten, obwohl das, was sie tun, uns uns manchmal unverständlich ist oder wir es  sogar innerlich ablehnen. Schützen müssen wir unsere Kinder jetzt vor Verhaltensweisen, die ihre Möglichkeiten, später ihren Platz zu finden, nachhaltig schädigen, und vor dem Eingehen zu großer Risiken für ihre Gesundheit und körperliche Unversehrtheit. Wir brauchen das Vertrauen, dass der Glaube, den wir unseren Kindern in der Kindheit mitgegeben haben, für sie Lebendigkeit darstellt und er für sie mit positiven Beziehungserfahrungen verbunden ist, dann wird er immer Teil ihres Lebens bleiben. Nur wenn er für die Kinder mit Zwang und Einschüchterung verbunden ist, kann es sein, dass sie ihn sehr lange ablehnen und sich ihm erst in der zweiten Hälfte ihres Lebens evtl. wieder annähert. Die Entscheidung darüber, welche Rolle der Glaube im Leben ihres Sohnes haben wird, ist in gewisser Weise schon gefallen. In diesem Moment bleibt ihnen, ihm Vertrauen zu schenken.

Stefan

Beziehung zur Schwiegermutter

Liebes Elterntelefon

Wir sind beide berufstätig und unser 8-jähriger Sohn oft nachmittags bei meiner Schwiegermutter. In einigen Bereichen haben mein Mann und ich unterschiedliche Vorstellungen über Erziehung. In unseren Diskussionen darüber verbündet sich mein Mann häufig mit meiner Schwiegermutter gegen mich. Was kann ich da tun?

Liebe Mutter,

Ich kann mir vorstellen, wie schwierig für Sie eine solche Situation ist. Einerseits müssen Sie arbeiten gehen, andererseits möchten Sie als Mutter gerne Ihr Kind erziehen und haben das Gefühl, dass Sie von einer „Übermacht“ daran gehindert werden – zwei gegen eine. Nun hat der Schöpfer, indem er uns nicht unsere Geschwister heiraten lässt, offensichtlich gewollt, dass eine ständige Neuvermischung sowohl der Gene als auch der Erziehungsstile stattfindet. D.h. es geht nicht darum, ob der Stil Ihres Mannes (oder der Schwiegermutter) oder Ihr Stil der richtige ist. Sondern es geht darum, dass Eltern darüber auf eine Art im Dialog sind, bei dem sich beide Seiten aufeinander zu bewegen, bzw. beide davon ausgehen, dass sich die unterschiedlichen Haltungen der Eltern nicht ausschließen, sondern ergänzen. Diesen Dialog müssen Sie und Ihr Mann alleine pflegen. Das Problem liegt also auf der Paarebene. Sie müssen eine Antwort auf die Frage finden: wie gelingt es mir, mit meinem Mann ohne Schwiegermutter über Erziehung ins Gespräch zu kommen. Dazu bedarf es der gemeinsamen Zeit, Sie als Mutter benötigen die Sicherheit, dass dies ein Raum ist, aus dem die Schwiegermutter draußen bleibt, und Ihr Mann braucht vermutlich die Sicherheit, dass er sich von Ihnen, auch ohne die Unterstützung durch die eigene Mutter, ernst genommen fühlt. Sie müssen also Paar Wege finden, sich einerseits von den Ursprungsfamilien abzugrenzen und andererseits ihre Kommunikation so gestalten, dass beide das Gefühl haben zu Hause etwas „zu zählen“. Gelingt dies nicht, rate ich Ihnen, sich die Unterstützung von einer Fachperson zu holen. Vor einem neutralen „Zeugen“ fallen seltener kränkende Worte.

Noch etwas: wenn Ihr Sohn am Nachmittag bei der Schwiegermutter ist, sollten Sie ihr frei Hand lassen. Kinder können die Regeln, die an unterschiedlichen Orten herrschen, sehr gut unterscheiden.

Stefan

Konflikte
Zurück