Schule 2017-11-29T08:45:10+00:00

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Schule schwänzen

Ich bin alleinerziehende Mutter eines 14-jährigen Jungen, welcher die erste Oberschule besucht. Jetzt habe ich erfahren, dass er der Schule öfters fernbleibt. Und auch nach der Schule kommt er nach Hause, wann er will. Was soll ich tun?

Liebe Mutter,

Sie schildern eine Situation, die Sie sicherlich sehr belastet und die mit vielen Sorgen einhergeht. Es wirkt so als ob Ihr Sohn auf den „Ich bin jetzt groß und erwachsen-Modus“ gewechselt habe, und er sich somit von Ihnen nicht mehr allzu viel sagen lassen wolle. Es beginnt eine neue Phase der Beziehung miteinander, in der es nicht mehr um Erziehung geht, sondern um eine gute Begleitung Ihres Sohnes durch die doch recht turbulenten Jahre bis zum Erwachsenenalter.

Was können Sie als Mutter tun, wenn Ihr Sohn plötzlich auf eigenen Beinen stehen will und gleichzeitig doch noch recht ziellos umher schwirrt? Wenn er sich auf die Suche nach dem „Wer bin ich“ und „Was will ich in meinem Leben“ macht und im Moment in erster Linie die Freiheit sucht? Dies ist ein Aspekt, den man berücksichtigen kann, allerdings kann es natürlich noch andere Ursachen für sein Verhalten geben und diese müsste man ergründen. Auf die Schule bezogen wäre es wichtig zu verstehen, was der Grund für sein Fernbleiben ist. Gefällt ihm die gewählte Oberschule nicht? Hat er sich nicht gut in die Klasse integriert oder fühlt er sich dort nicht wohl? Hat er Ängste vor Prüfungen? Bedrückt ihn sonst etwas, das er nur so zum Ausdruck bringen kann?

Auch familiäre Probleme könnten Ihren Sohn belasten. Eine wichtige Frage ist, wie der Kontakt zum Vater seit der Trennung ist. Ob die beiden einen regelmäßigen Kontakt zueinander haben, etc. Gerade der Vater ist in der Jugendzeit eine wichtige Identitätsfigur.

Als erstes ist es sicherlich wichtig, das Gespräch mit Ihrem Sohn zu suchen, um zu verstehen, was in ihm vorgeht. Es wird ihm sicherlich gut tun zu merken, dass Sie sich wirklich dafür interessieren, was in ihm vorgeht. Auch wenn er öfters abblockt, so braucht er doch ein immer wieder „auf ihn zugehen“ von Ihrer Seite aus.

Andererseits muss sich Ihr Sohn natürlich auch an gewisse Rahmenbedingungen halten. Sie können sich überlegen, worum es Ihnen wirklich geht, wenn Sie eine Regel aufstellen und Sie können sich fragen, worum es Ihrem Sohn wirklich geht, wenn er etwas möchte. Vielleicht gibt es dann ja eine Variante in der Mitte, die für beide akzeptabel ist. Es geht also viel ums Diskutieren und Aushandeln von Kompromissen. Dadurch lernt Ihr Sohn eine gewisse Streitkultur und wie man Meinungsverschiedenheiten austragen kann. Dies ist eine gute Vorbereitung auf das Erwachsenenalter.

Ich wünsche Ihnen viel Zuversicht und Vertrauen für diese Zeit.

Katrin

Aufklärung

Liebes Elterntelefon,
unsere 11-jährige Tochter ist noch nicht aufgeklärt und lehnt es ab über das Thema zu sprechen. Wie sollen wir vorgehen?

Liebe Eltern,
es kommt nicht selten vor, dass Kinder oder Jugendliche sich scheinbar uninteressiert zeigen, wenn es um das Thema eigener Körper und Sexualität geht und diesbezüglich, vor allem den eigenen Eltern gegenüber, keine Fragen stellen. Gerade Ihre Tochter ist in einem Alter, wo dies möglicherweise schambesetzt ist. Es könnte auch sein, dass sie sich noch in einer kindlichen Entwicklungsphase befindet und sich erst etwas später damit auseinander setzen möchte.
Dem steht gegenüber, dass ein Gespräch über die Pubertät stattfinden sollte, bevor diese beginnt. Es stellt sich die Frage, wie offen bestimmte Themen in Ihrer Familie angesprochen werden und wie viel Ihre Tochter dadurch vielleicht auch ganz nebenbei oder schon von klein auf mitbekommen oder erklärt bekommen hat.
Ist das Kind noch jünger, kann man sich ganz nach dem Interesse des Kindes richten. Es gibt Phasen, in denen es vielleicht besonders wissbegierig ist als auch Phasen, in denen es gar nichts wissen möchte. Dem Kind sollte keine Aufklärung aufgezwungen werden, es muss aber wissen, dass es ehrliche Antworten auf seine Fragen bekommt. Allgemein empfiehlt sich beim Thema Aufklärung die Strategie der kleinen Schritte. Dabei wird gerade soviel Information wie nötig vermittelt.
Nachdem Ihre Tochter aber in einer Entwicklungsphase ist, in der die körperlichen Veränderungen bereits begonnen haben oder sie kurz davor steht, wäre es doch wichtig, dass sie mit gewissen Dingen vertraut wird. Eine Möglichkeit wäre, Ihrer Tochter ein Buch zu besorgen, welches ihr altersentsprechend die Dinge vermittelt, die jetzt besonders wichtig für sie sind. So sind alle körperlichen und auch emotionalen Veränderungen, insbesonders die Menstruation Themen, die jetzt anstehen. Sind erst mal die Basis Fragen geklärt, werden sicherlich die Bereiche Sexualität und Verhütung wichtiger. Wenn Sie ihr das Buch besorgt haben, werden Sie sehen, ob sich daraus vielleicht ein weiteres Gespräch ergibt, in dem Sie die Möglichkeit haben, ihr etwas zu erklären.
Es ist aber auch wichtig, Ihre Tochter nicht zu sehr zu drängen. Das Interesse Ihrer Tochter kann sich in diesem Alter sehr rasch ändern. Möglicherweise hat sie auch bereits mit Freundinnen gesprochen oder im Internet recherchiert. Sie merken, es ist nicht leicht eine gute Balance zwischen Einmischung und Respekt vor der Intimsphäre Ihrer Tochter zu finden. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie Offenheit signalisieren, dass Ihre Tochter mit ihren Fragen zu Ihnen kommen kann und dass Sie diese dann auch in Ruhe mit ihr besprechen.

Katrin

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