Überforderung 2017-11-29T09:03:07+00:00

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Jede Stunde stillen

Liebes Team vom Elterntelefon,
unsere 5 Monate alte Tochter möchte nachts seit neuestem jede Stunde Milch. Was kann ich tun?

Liebe Eltern,
dass Ihre Tochter nachts neuerdings jede Stunde nach Milch verlangt ist verständlicherweise verunsichernd und anstrengend. Bisher hat die Kleine offensichtlich länger geschlafen und da hofft man natürlich auf eine lineare Weiterentwicklung des Schlafverhaltens mit immer länger und nicht kürzer werdenden Schlafphasen. Aber die Entwicklung verläuft nicht immer kontinuierlich, im Gegenteil, relativ viele Babys schlafen mit drei Monaten deutlich länger und anhaltender als mit fünf oder acht Monaten. Dies ist großteils entwicklungsbedingt und auf Wachstumsschübe zurückzuführen. Kinder beginnen um diesen Zeitraum herum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen etc.), sie beginnen auf den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu reagieren. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt usw.. All dies ist ungeheuer aufregend und kostet Ihre Tochter jede Menge Kraft. Solche Wachstumsschübe kommen in regelmäßigen Abständen, dauern meist einige Tage und gehen mit einem Mehrbedarf an Energie einher. Wie im Fall Ihrer Tochter kann sich das durch größeren Hunger äußern der durch häufigeres Anlegen, oder auch mal einen Nahrungswechsel bei Flaschenkindern, gestillt wird. Natürlich muss man sich grundsätzlich auch immer die Frage stellen „Bekommt das Kind genug?“, „Habe ich genug Milch?“ – da kann dann die Waage Auskunft geben. Aber manchmal haben Kleinkinder auch bei ausreichender Gewichtszunahme noch Hunger und diesem Bedürfnis sollte stattgegeben werden. Grundsätzlich ist es in dieser Zeit wichtig ruhig zu bleiben, geduldig zu sein und so gut als möglich auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen und sich seinem Rhythmus anzupassen. Jedes Kind ist anders und Eltern lernen ihrer Einschätzung bzgl. dem „Was braucht mein Kind jetzt?“ zu vertrauen. Falls eine solche Phase länger andauert und Sie sich stark verunsichert oder überfordert fühlen sollten Sie sich Unterstützung bei einer Fachperson (Hebamme, Stillberatung, Kinderarzt) holen.

Doris Forer

Hilfe die Kinder haben Ferien

Hallo Elterntelefon,
die Sommerferien rücken näher, wie können wir unsere Kinder (10 und 12 Jahre alt) die ganze Zeit beschäftigen? Wir sind beide berufstätig und haben auch keine Oma bei der Hand.

Liebe Eltern,
die langen Sommerferien sind für berufstätige Eltern eine ganz schöne Herausforderung! Wenn man die zwei, drei Wochen gemeinsamen Familienurlaub mal abzieht, bleiben immer noch zwei Monate, für die Betreuung organisiert werden muss.
Ihre Kinder sind mit zehn und zwölf Jahren schon in einem Alter, in dem sie klare Vorstellungen haben was ihnen gefällt und was nicht. Es gibt ja inzwischen auch ein reichhaltiges Angebot von verschiedensten Organisationen, das zumindest in Bozen, in einer dicken Broschüre zusammengefasst ist. Treffen Sie eine Vorauswahl, in der Sie Zeitraum und finanzielle Möglichkeiten berücksichtigen, und setzen Sie sich dann in Ruhe mit den Kindern zusammen. Nehmen Sie die Bedenken der Kinder ernst, „Da kenn ich ja niemand!“ ist wohl das wahrscheinlichste. Mit zehn und zwölf Jahren können die Kinder kleine Herausforderungen bestehen, und können sich ja auch aufeinander stützen wenn sie gemeinsam Kurse besuchen.
Während Struktur und Organisation wichtig sind, so sollen die Sommerferien doch auch freien Raum beinhalten, den die Kinder selber gestalten können. Wenn also die Oma nicht um die Ecke wohnt, wie kann dies bewerkstelligt werden? Je nach Temperament und Vorlieben der Kinder ist hier vieles denkbar. Vielleicht gibt es die Tante, die etwas weiter weg wohnt, aber Kinder im ähnlichen Alter hat? Mit zehn und zwölf Jahren können die Kinder eine räumliche Trennung für eine überschaubare Zeit gut aushalten, ja sie profitieren sogar davon einmal eine andere Familienrealität zu erleben. Oder die Nachbarsfamilie, wo das Kind froh um die Gesellschaft ist? Oder ein zuverlässiger Student/Studentin, die sich der Kinder für ein paar Wochen annimmt? Denn, wie ein afrikanisches Sprichwort sagt, „um ein Kind großzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“

Oliver Sparber

Überforderung
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